Gutachtenkosten

Die Kosten eines gerichtlich angeordneten Sachverständigengutachtens richten sich nach dem Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG). Die Kosten des Gutachtens trägt diejenige Partei, die in dem Rechtsstreit unterliegt. Bei teilweisem Obsiegen und Unterliegen werden die Kosten vom Gericht entsprechend gequotelt.

Die Kosten eines außergerichtlich in Auftrag gegebenen Sachverständigengutachtens unterliegen der Parteivereinbarung. Sofern eine Vereinbarung nicht getroffen worden ist, schuldet der Auftraggeber die übliche Vergütung. Ein Anhaltspunkt dafür kann wiederum das JVEG sein. Wenn ein solches Gutachten der Schadensfeststellung dient, sind dessen Kosten Teil des zu ersetzenden Schadens und sind vom Schädiger zu ersetzen, sofern die Einholung des Gutachtens zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendig war.

Die vom Deutschen Gutachter und Sachverständigenverband (DGuSV) für außergerichtliche Sachverständigentätigkeit als auskömmlich erachteten und empfohlenen Stundensätze können nachfolgender Tabelle entnommen werden.

z.B. 5:  Schadensfeststellung, -ursachenermittlung und -bewertung im
             Bauwesen
       9: Honorarabrechnung von Architekten und Ingenieuren

Der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Justizvergütungs- und -entschädigungesetz 2020 (JVEG-ÄndG 2020) beinhaltet nunmehr eine Anpassung der bisher nach JVEG für gerichtliche Sachverständigentätigkeit vorgesehenen Stundensätze an die auf dem freien Markt erzielbaren Honorare.